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„Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen“

Die eigentlich unmögliche Dokumentation

Einmal im Jahr brechen russische Polarfahrer in schrottreifen Kettenfahrzeugen zum Kältepol der Erde auf. Ihr Konvoi bringt Treibstoff und Lebensmittel zur Forschungsstation Vostok im Herzen der Antarktis – wenn er denn ankommt. Die Raupenschlepper aus der Ära Breschnew und Temperaturen unter minus 50 Grad machen die 1410 Kilometer zur Zitterpartie.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

Vostok ist der wohl extremste „Ort“ auf der Erde und mehr als nur eine Forschungsstation. Vostok ist ein Symbol. Für starken Willen, der die russische Polarforschung trägt. Für Zähigkeit, die vor nichts zurückschreckt. Nicht einmal vor der Eishölle, die hier toben kann. Denn: Vostok ist der kälteste Ort auf der Erde – hier zeigt das Thermometer minus 89,2 Grad Celsius an. Und die Existenz des Wissenschaftsbrennpunktes und der Besatzung hängen von diesem einen Konvoi ab. Er ist ihre Nabelschnur, er ist überlebenswichtig! Um ihn ranken sich viele respektvolle Geschichten. Er ist die extremste Operation in der Antarktis, vielleicht sogar auf der ganzen Erde.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

Der Treck von Mirny nach Vostok lebt einzig vom Geist der Männer, die ihn fahren. Mechaniker, Funker, Logistiker und Fahrer, und fast jeder von ihnen kann alles davon. Das Team setzt sich aus solchen zusammen, deren Seele mit dieser extremen Landschaft und ihren Herausforderungen tief verbunden ist.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

Einer von ihnen ist Leonid, angesehenster Ingenieur und Fahrer im 16 Mann starken Konvoiteam. Früher war er Ausbilder in der russischen Armee. Dabei hat er viele Regionen Rußlands kennengelernt und seine Begeisterung für Polarklima und Expeditionen entdeckt. Leonid „lebt“ die Expedition. Seine „große Liebe“ ist der Schlepper „Nr. 3“. Leonid versteht jedes Geräusch seiner Charkovtschanka, spürt und ahnt dessen Schwächen und versucht ihnen mit seinem Erfindungsreichtum zuvorzukommen.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

Ein ganzes Jahr lang habe ich 47 Russen in der Antarktis begleitet. Als einziger Nichtrusse war ich das 48. offizielle Mitglied dieser Russischen Antarktisexpedition, zuerst in der Überwinterung an der Küste der Ostantarktis und anschließend auf dem Konvoi. Ich habe mit ihnen zusammen gelebt und gearbeitet, die großen Kettenfahrzeuge repariert und gefahren, in Vostok sogar zeitweise als Koch die gesamte Mannschaft versorgt. Und gleichzeitig habe ich die Expedition in Schrift, Bild und Film dokumentiert. Seit 1957 fährt der Konvoi jedes Jahr. Nie hatte jemand gewagt, ihn zu dokumentieren, weil die Bedingungen einfach zu extrem sind. Aber weil auch meine Seele wie die von Leonid und den anderen im Eis lebt, habe ich das Unmögliche versucht.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

Mit meinem etwa anderthalbstündigen Dokumentarfilm mit Live-Kommentar und vielen zusätzlichen Geschichten aus der Zeit will ich Sie entführen in berauschende Eiswelten, unvorstellbare Strapazen, rettenden Erfindergeist und schwer beschreibbare Glücksmomente. In diesem anstrengendsten und gleichzeitig schönsten Lebensjahr bin ich – voller Respekt – selbst ein wenig Russe geworden.

Zum Kältepol der Erde – Der Treck der Verwegenen

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