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Mein Statement zur Verfassungsbeschwerde

Ich habe mich der Verfassungsbeschwerde gegen den unzureichenden Klimaschutz in Deutschland angeschlossen, weil bei mir das Geduldsfass übergelaufen ist und ich mit verhindern will, dass unsere essentiellen Lebensgrundlagen weiter zerstört werden. Von mangelndem Klimaschutz zu sprechen, ist für mein Empfinden nämlich noch eine Schmeichelei. Was wir im Moment von Seiten Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung erleben würde ich eher als aktiven Beitrag zur Vernichtung von natürlicher Lebensgrundlage bezeichnen.

Das sind ja keine dummen Leute, die da Politik machen. Umso schlimmer, denn dann muss ich davon ausgehen, dass Legislative und Exekutive bewusst gegen die Menschen und anderes Leben entscheiden und handeln.

Warum, ist die Frage. Man konnte früher schon den Eindruck haben, aber in den letzten zwei, vielleicht vier Jahren wird oft nicht einmal mehr der Versuch unternommen, die Motivation für derartiges Entscheiden und Handeln zu verbergen. Ob Energiepolitik, Dieselskandal, Wohnungswesen, Steuerpolitik und vieles vieles mehr. Es geht um Wachstum. Ignorierend, dass die Grundlagen dafür einem quasi endlichen Körper entnommen werden – dem System Erde.

Luft, Wasser, Wälder, die ganze Lebewelt, streng genommen auch der Boden auf dem wir leben und alles was darunter ist, gehört diesem Planeten und wir dürften uns freuen, dass das alles im Zusammenspiel uns erlaubt zu leben. Ich dulde es nicht mehr, dass durch profitgetriebenen Raubbau auch meine Lebensgrundlage zuerst verschlechtert und schließlich vernichtet wird. Politische Entscheidungen haben das ermöglicht und Politiker behindern heute Veränderungen. So ist Ungleichheit entstanden. So geht es immer schneller in Umweltzerstörung und Klimawandel.

Individuell sehe ich mich in der freien Entfaltung der Persönlichkeit in Form des Grundrechts auf allgemeine Handlungsfreiheit verletzt sowie in der Freizügigkeit und der Freiheit des Gewissens, da der Gesetzgeber keine geeigneten bzw. keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz des Klimas getroffen hat (ausführlich dazu auf https://andreas-sanders.com/verfassungsbeschwerde-wegen-unterlassenem-klimaschutz).

Eine Transformation, die ich mir – die ich uns – wünsche, ist, dass wir uns endlich auf den Weg machen, das Maß für ‚Erfolg‘ auszuwechseln. Nicht Wachstum, nicht Geld und nicht Macht über andere, sondern eine Lebensgestaltung nach dem grundlegendsten natürlichen Prinzip der Erde: Ausgleich schaffen.
Es gibt Menschen, die schon auf dem Weg dahin unterwegs sind und ich habe den Eindruck es werden aktuell mehr. Das finde ich sehr hoffnungsvoll.

Auf lange Sicht geht es nicht um die Frage ob die Erde weiter existieren wird. Was Überleben angeht gibt es auf dem Planeten Lebensformen, die uns erheblich überlegen sind. Es geht darum, ob wir Menschen als Lebensform eine Zukunft auf der Erde haben – oder wir uns selbst abschaffen und viele weitere Spezies mit uns reißen. Das klingt dramatisch. Ist es auch. Denn wenn wir es nicht schaffen, den Klimawandel mindestens in der im Pariser Abkommen vereinbarten Grenze zu halten, dann wird es ganz real so dramatisch, dass alle anderen Probleme auf der Erde bedeutungslos werden.

Ich möchte an einer besseren Perspektive mitwirken. Die Verfassungsbeschwerde ist ein Schritt auf dem Weg.

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